Programm

Salam Orient 2016
13. Oktober – 31. Oktober 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebes Publikum,

Ex oriente lux – sehr frei übersetzt: aus dem Osten kommt das Licht/die Kultur. 
Derzeit kommen eher Flüchtlinge, hören wir Waffenlärm, sehen Bilder der Zerstörung.
Und dennoch: einst Beginn des Ackerbaus, der Stadtkulturen, der ersten Schrift… alles Indizien für die Richtigkeit dieser Aussage. Und heute – völlig an den Rand gedrängt – wunderbare Künstler/innen aus Syrien, dem Irak und Iran, aus Palästina, der Türkei – und aus Österreich.  Das Festival SALAM.ORIENT richtet den Fokus auf sie und bietet ergänzend dazu spannende Begegnungen zwischen Indien und dem Westen, eine Lesung, Vorträge zur aktuellen Lage, Tänzer/innen, Derwische…
Jeder Krieg blutet aus, geht zu Ende. Was bleibt, sind die Überlebenden, ihre Kunst und Kultur. 
Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Spannende Tage bei  SALAM.ORIENT wünscht Ihnen  

Norbert Ehrlich
Künstlerischer Leiter

Programm

Vortrag & Publikumsgespräch

Jemen – Krise, Revolte, Krieg

Donnerstag, 13. Okt., 19:00
Diplomatische Akademie, Festsaal
Favoritenstraße 15a, 1040 Wien
Eintritt: frei 

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Referent/innen:
Elham Manea, Associate Professor, Institut für Politikwissenschaft  Universität Zürich 
Hisham Al-Omeisy, Blogger und Aktivist, Jemen 
Safa Al Ahmad, Journalistin und Filmemacherin, Saudi-Arabien

Als im Jahr 2011 eine breite Bewegung als Teil der Revolten in der arabischen Welt das damalige autoritäre und korrupte Regime von Ali Abdullah Saleh zur Abdankung zwang, schien der Weg zu einer demokratischen, inklusiven und gerechten Gesellschaft im Jemen für einen Moment lang offen zu sein. Der politische Transformationsprozess scheiterte jedoch und führte zu einem Krieg, den wir kaum (mehr) wahrnehmen. 

Eineinhalb Jahre nach Beginn der von Saudi Arabien geführten Militärintervention im Jemen lassen sich die Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung schwerlich in Worte fassen: Laut UN-Organisationen benötigen von den 21 Millionen Einwohner_innen des Landes mehr als 80 Prozent humanitäre Hilfe, 14 Millionen Menschen sind nicht mehr in der Lage ihre Ernährung sicherzustellen, an die 10 Millionen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und beinahe drei Millionen wurden durch den Krieg zu Flüchtlingen innerhalb des Landes. 

Auf politischer und medialer Ebene wird der Krieg oftmals als eine Fortsetzung regionaler Spannungen zwischen Saudi Arabien und dem Iran erzählt: hier die Luftangriffe, der Einmarsch von Bodentruppen und eine Seeblockade einer Militärallianz um Saudi Arabien, die von den USA, Großbritannien und Frankreich unterstützt wird und den entmachteten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi wieder einsetzen möchte, dort eine Allianz von Ansar Allah (gemeinhin ‚die Huthis‘) mit Teilen der jemenitischen Armee, die loyal zum ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh stehen und – so der Vorwurf – vom Iran unterstützt werden. Dass dieses allzu einfach gezeichnete Bild in den Medien nicht den politischen Entwicklungen im Jemen entspricht, ist Gegenstand der Veranstaltung.

Welche Entwicklungen haben zur heutigen Situation geführt? 

Welche politischen Vorstellungen über die Zukunft des Jemen haben die verschiedenen Kriegsparteien? 

Welche zivilgesellschaftlichen Perspektiven lassen sich unter den Bedingungen des Krieges überhaupt noch entwickeln? 

In Kooperation mit VIDC


Première Musiktheater

Das bunte Kamel“ | Österreich

Freitag, 14. Okt., 9:00/10:45/15:30
Haus der Musik | Seilerstätte 30a, 1010 Wien 
www.hausdermusik.com | Tel.: 01/513 48 50
Eintritt: € 6/ Kinder im Klassenverband. Nachmittags € 10

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Mit: Marwan Abado – Oud (arabische Laute) & Gesang, geboren im Libanon 
       Salah Ammo  – Oud (arabische Laute) & Gesang, geboren in Syrien 
       Amirkasran Zandian –  Perkussion, geboren im Iran 
       Marko Simsa – Erzählung & Gesang, geboren in Österreich

„Angesichts der Flüchtlingssituation in Europa und den Kriegen im Nahen Osten haben wir uns zusammengefunden, um Musik und Geschichten aus dem arabischen Kulturraum für Kinder auf die Bühne zu bringen. Krieg und Flüchtlingsdrama werden wir nicht thematisieren, wir wollen ausschließlich „schöne“,  interessante, lustige und erstaunliche Geschichten aus dem „ganz normalen“ Leben erzählen. Denn dass Eltern mit ihren Kindern im Iran gern zum Wandern in die Berge gehen, oder dass Familien in Syrien so gern zum Picknicken nach draußen fahren, und dass es in den arabischen Ländern zwar viele Hunde, Katzen und Vögel, aber dennoch kaum Haustiere gibt, darüber wird uns hierzulande eigentlich viel zu selten berichtet…“ – Marko Simsa


Konzert

Vardan Hovanissian & Emre Gültekin Quartett | Armenien – Türkei | „Adana“

Freitag, 14. Okt., 20:30 
Pogy & Bess | Riemergasse 11, 1010 Wien 
www.porgy.at | Tel. +43 1 5128811
Eintritt: € 24,- / € 18,-

Mit: Vardan Hovanissian – Duduk | Emre Gültekin – Saz, baglama Tanbur, voice | 
Joris Vanvinckenroye – Double Bass | Simon Leleux – Daf, Riqq, Percussion

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Die Stadt Adana an der Mittelmeerküste galt als einer der blühendsten Orte in der ottomanischen Türkei, um zu leben und zu arbeiten. Muslime und  armenische Christen  kamen halbwegs gut miteinander aus. Der Genozid vor hundert Jahren änderte alles: die Stadt wurde  teilweise zerstört, die armenische Gemeinde in alle Welt zerstreut.

Die beiden Musiker Vardan HovanIssian  und Emre Gültekin  wählten daher den Namen dieser Stadt als Symbol für ein einstmals gutes Leben und gaben ihrem gemeinsamen Programm diesen Namen. So vermischt sich heute die uralte Musik der Armenier erneut mit derjenigen der Türken. Das ist keine Frage der „Fusion“, sondern eines möglichen Zusammenlebens. So wie an den Ufern des Mittelmeeres seit der Antike Menschen miteinander Handel trieben, Feste feierten und  heirateten.

Die gleichnamige CD „Adana“ (erschienen auf „Muziekpublique) dokumentiert dieses Überleben alter Traditionen, die Lieder über das Land und seine Leute besitzen die Kraft, die Trauer der Menschen zu überwinden und neu zu beginnen.

In Kooperation mit kulturen in bewegung


Lesung

Wegen Erkrankung abgesagt!

Atef Abu Saif | Gaza 

Montag, 17. Okt., 19:00
Hauptbücherei der Büchereien Wien, Veranstaltungssaal
Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien
www.buechereien.wien.at
Eintritt: frei

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Mit dem Buch „Frühstück mit der Drohne“  (auf deutsch erschienen im Unionsverlag Berlin) schuf der palästinensische Autor Atef Abu Saif einen Hymnus auf das Leben inmitten unvorstellbarer Lebens-bedingungen. Atef Abu Saif  ist 1973 in Jabalia, im Gazastreifen, geboren. Er studierte Englisch an der Universität in Birzeit, Politikwissenschaften in Bradford und erhielt das Doktorat  in Soziologie am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. An der Universität von Gaza-Stadt unterrichtet er Politikwissenschaften und Kreatives Schreiben, ist Journalist und Schriftsteller. Sein fünfter Roman 

A Suspended Life stand 2015 auf der Shortlist für den International Prize for Arab Fiction (»Arab Booker«). Er lebt mit seiner Frau und seinen fünf Kindern im Gazastreifen.

Am 7. Juli 2014 beginnt der bisher letzte der vielen Kämpfe um den Gazastreifen. Inmitten aller Pressestimmen zum Geschehen tauchen in den führenden Zeitungen der Welt Tagebuchtexte auf. Ihr Autor: Atef Abu Saif, ein in der arabischen Welt bekannter Romancier. Er hält fest, was um ihn herum geschieht. Wie er mit seiner Frau den Alltag bewältigt. Wie er seinen Kindern zu erklären versucht, warum sie nicht mehr auf die Straße dürfen. Wie er mit der Angst kämpft, wenn vor dem Fenster die Drohne surrt.

In 51 Tagebucheinträgen, vom ersten bis zum letzten Tag des Krieges, ohne Polemik, ohne Schuldzuweisungen, erzählt Atef Abu Saif das Unvorstellbare. Von Tragödien, von Verzweiflung, von gegenseitiger Hilfe, von heiteren Momenten trotz allem und von einer unausrottbaren Zuversicht der Menschen.

In Kooperation mit den Büchereien Wien und der palästinensisch-österreichischen Gesellschaft.


Vortrag & Publikumsgespräch

Afghanistan – Raus aus der Gewalt

Mittwoch, 19. Okt., 19:00
Diplomatische Akademie, Festsaal
Favoritenstraße 15a, 1040 Wien
Eintritt: frei

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Referent/innen: Sibylle Hamann
Im Gespräch mit: Helena Malikyar – Journalistin und Historikerin, Kabul, Afghanistan
Haseeb Humayoon – (angefragt) Publizist und Mitbegründer der afghanischen Jugendorganisation 1400, Kabul, Afghanistan

Veranstaltungsprachen: Englisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Afghanistans Bevölkerung gehört zu den jüngsten und am schnellsten wachsenden der Welt. Aufgrund der immer schlechter werdende Sicherheitslage, ökonomischer und politischer Perspektivenlosigkeit, schlechter Regierungsführung und dem Wiedererstarken der Taliban und anderer islamistischer Gruppen verlassen immer mehr Afghan/innen ihr Land. 

Wie kann der Teufelskreis aus Gewalt und Gegengewalt durchbrochen werden? Gibt es Wege aus der Radikalisierung? Was sind die Alternativen zum radikalen Extremismus in Afghanistan? Kann der Einfluss der Madrassas reduziert werden? Welche Möglichkeiten hat die internationale Gemeinschaft? Welche Rolle spielen die Nachbarländer Iran und Pakistan?

In Kooperation mit VIDC


Musik & Tanz

Bernhard Schimpelsberger & Kaveri Sageder | Indien – Österreich

Donnerstag, 20. Okt., 19:30
Sargfabrik | Goldschlagstraße 169, 1140 Wien 
www.sargfabrik.at | Tel.: + 43-(0)1-988 98-111
Eintritt: € 20

PORTRAIT OF MUSICIAN BERNHARD SCHIMPELSBERGER: PERCUSSION SOLO MUSIC/A JOURNEY OF MELODY AND RHYTHM THROUGH PERCUSSION 20.10_Kaveri sageder_2 -® Avni Murti 2015_dt

Special Guest: Anuradha Genrich – Gesang

Der in London lebende  österreichische Künstler Bernhard Schimpelsberger verbindet sehr erfolgreich die Musik Indiens mit seinen westlichen Wurzeln. Durch seine intensive Zusammenarbeit mit Künstlern wie Anoushka Shankar, Akram Khan, Nitin Sawhney oder Circle of Sound ist er ein international gefragter und angesehener Klangkünstler. 2016 und 2017 tritt Bernhard eine ganz besondere Reise durch Europa an: Rhythm Diaries – musical encounters in urban Europe.

In Wien trifft er auf die virtuose Kathak-Tänzerin Kaveri Sageder, welche die Rhythmen und Bewegungen des nordindischen Kathka-Tanzes mit modernem musikalischem Rhythmus-Repertoire verbindet. 


Gespräch & Musikalische Lesung

Wir sind hier

Samstag, 22. Okt., ab 18:00
Kunst- und Sozialraum Brunnenpassage
Brunnengasse 71 / Yppenplatz, 1160 Wien
www.brunnenpassage.at
Eintritt: frei

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„Woher kommst du?“ – „Aus Wien.“ – „Nein, ich meine, woher kommst du WIRKLICH?“

Es wird Wiener/innen mit „Migrationsgeschichte“ nicht leicht gemacht, sich selbst als Wiener/innen zu verstehen und selbst wenn sie das tun, wird es häufig in Frage gestellt. 

Wir sind hier porträtiert 45 junge Menschen an Orten, die für sie eine besondere Bedeutung haben. Beim Gespräch zum Buch werden einige der Protagonisten von ihren besonderen Orten erzählen und uns dazu einladen ihr Wien zu entdecken.

Im Anschluss gibt es eine musikalische Lesung mit Luna Al-Mousli und Karim Othman-Hassan. Luna liest aus ihrem Buch Eine Träne. Ein Lächeln. Meine Kindheit in Damaskus und nimmt uns auf eine Reise mit nach Damaskus.

In Kooperation mit Brunnenpassage.

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Tanz und Bewegungstheater – Gastspiel / Österreichpremiere

Diyar Dance Theater | Bethlehem | „Out of Place“

Montag, 24. Okt., 10:30 
Dienstag, 25. Okt., 10:30 / 19:00
Dschungel Wien | Museumsquartier / Museumsplatz 1, 1070 Wien
www.dschungelwien.at | Tel. 01/522 07 20 – 20 
Eintritt: € 6 für Gruppen / € 16
€ 14 für die Abendvorstellung

Für Menschen ab 12 Jahren, Dauer: ca. 50 Min. 

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Inszenierung: Mohammad Awwad | Choreographie: Shadi Kassis 

Darsteller/innen: Maher Mena Mickel, Hala A. N. Alkoury, Lord K. I. Khair, Lana K. I. Hawash, Ala M. H. Jubran, Yazan Hanna Elias Elyateem

Eine Reise durch die Herzen und Köpfe junger palästinensischer KünstlerInnen, die ihrer gegenwärtigen Realität entfliehen und sich auf die Suche nach einer lebenswerter Existenz und ihrer  Identität begeben. Sie lernen sich durchzusetzen, gegen die eigene innere aber auch äußere Wut und gegen Vorurteile, um so gemeinsam über die Mauern der Unterdrückung hinauszuwachsen und die neu entdeckte Freiheit zu zelebrieren. Schauplätze des Stücks sind unterschiedliche palästinensische Städte wie Bethlehem, Ramallah und Jenin, aber auch andere Länder wie Jordanien, Spanien, Deutschland, die Vereinigten Arabischen Emirate und die USA. Die ausgewählten Tänze zeigen unterschiedliche Formen der Angst: Angst vor Veränderung, Angst vor der Enthüllung des Selbst und Angst vor dem Alleinsein – Ängste, die allen Jugendlichen über kulturelle Grenzen hinweg gemein sind.  Das Diyar Dance Theatre glaubt an Kultur, nicht nur um Mut zu machen, sondern auch um Brücken zu schlagen, lokal wie international.

In Kooperation mit Dschungel Wien und der palästinensisch-österreichischen Gesellschaft.


Konzert

Omar Bashir Group featuring Rita Movsesian | Irak – Österreich

Mittwoch, 26. Okt., 20:30
Porgy & Bess | Riemergasse 11, 1010 Wien 
www.porgy.at | Tel. +43 1 5128811
Eintritt:  € 24,- / € 18,-

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Der berühmte irakische Oud-Spieler Omar Bashir lebt heute in Budapest, war aber noch nie in Wien zu Gast. Die armenisch-irakische Sängerin Rita Movsesian hat ihren Lebensmittelpunkt in Salzburg. Sie entschloss sich vor kurzer Zeit, die Wurzeln ihrer Kindheit in Bagdad neu zu entdecken. In diesem Programm trifft in ganz spezieller Weise die alte arabische Maqam-Musik auf neue Kompositionen, werden westliche und östliche Sounds  von Musikern präsentiert, die im Irak aufgewachsen sind und längst zu Europäern wurden. “Oud around the world”.

Omar Bashir stammt aus einer berühmten Familie von Oud-Meistern. Sein Vater Munir Bashir galt als „King of Oud“, Großmeister der arabischen Maqam-Musik. Omar selbst wird dagegen als „Prince of Oud“ bezeichnet. Er besuchte in Bagdad die  School of Music and Ballett, unterrichtete danach und gründete ein 24-köpfiges Ensemble zur Pflege traditioneller irakischer Musik. Damit tourte er durch den gesamten Nahen und Mittleren Osten.

1991 kehrte Omar nach Budapest zurück, wo er 1970 geboren worden war. Gemeinsam mit seinem Vater trat er noch in den 90er Jahren im Duo auf, bis dieser 1997 starb.  Seither bemüht sich der ebenso prominente Sohn darum, das Erbe des Vaters fortzuführen  und seinem Instrument die Klangwelten des Jazz, der Latin- und Flamenco-Musik zu eröffnen.

Rita Movsesian hat sich bereits in ihrer Geburtsstadt Bagdad der Musik verschrieben. Mit zwölf Jahren begann sie ihre Stimm- und Gesangsausbildung. Der Schwerpunkt lag damals schon auf der armenischen und arabischen Musiktradition. Auch nach ihrem Umzug nach Österreich blieb Musik für die Diaspora-Irakerin der Mittelpunkt ihres Lebens. Sie bildete ihre Stimme bei diversen namhaften GesangspädagogInnen und am Salzburger Mozarteum in den Bereichen klassisch-westliche Musik und Jazz weiter. Es folgten zahlreiche Auftritte im In- und Ausland. Zwischen 2013 und 2014 nahm sie am internationalen Wettbewerb »The Voice of Middle East« in Beirut teil und wurde damit im gesamten arabischen  Raum bekannt. Darauf folgte ihr Erfolg bei »The Voice of Germany«, wo sie in drei aufeinander folgenden Auftritten ohne Berührungsängste zur Popkultur ihr überragendes Talent und ihre Professionalität unter Beweis stellen konnte. Für Rita ist Musik ein Verbindungsglied zwischen den Kulturen in der heutigen globalisierten Welt. Nicht nur die Pflege musikalischer Traditionen, sondern die Suche nach neuen Ausdrucksweisen und dem universellen Charakter von Musik steht dabei im Mittelpunkt ihres Schaffens.


Konzert

Pandit Shubhendra Rao & Saskia Rao-De Haas | Indien | „East marries West“

Donnerstag, 27. Okt., 19:30
Sargfabrik, Goldschlagstraße 169, 1140 Wien
www.sargfabrik.at | Tel.: + 43-(0)1-988 98-111
Eintritt: € 27

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Sitar & Indian Cello in Begleitung von Nihar Mehta – Tabla

In den 60er Jahren musizierte Ravi Shankar erstmals mit Yehudi Menuhin ein gemischt west-östliches Programm unter dem Titel: “East meets West”.  Heute – 50 Jahre später – lautet der Programmtitel des Shankar-Schülers Shubendra Rao “East marries West”. Die musikalischen, aber auch  menschlichen
Beziehungen haben sich vertieft und sind von Dauer.

Der Komponist und Sitar-Virtuose Shubhendra Rao ist einer der großen jungen Top-Solisten seiner Heimat. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Saskia Rao-de Haas aus Holland bildet er ein bisher einmaliges Duo mit Sitar und Cello.
Shubendra ist ein nachdenklicher und zugleich offener Mensch, der mithilfe seines Instrumentes Brücken zu vielen Kulturen schlägt. Als einer der begabtesten Schüler von Pandit Ravi Shankar gilt er bei Kritiker/innen und Kenner/innen als würdiger Nachfolger in der Tradition seines Gurus. Er trat in der Carnegie Hall und dem Kennedy Center ebenso auf wie im Théatre de la Ville Paris  oder im Sydney Opera House. Die indische Presse preist die Auftritte des Duos mit den Worten „taking Indian music into a brave, new era“.

In Kooperation mit der Sargfabrik und dem Österreichisch-Indischen Institute.


Konzert

Isfar Sarabski & Band | Aserbaidschan

Freitag, 28. Okt., 19:30
Radiokulturhaus | Argentinierstraße 30a, 1040 Wien
Radiokulturhaus@orf.at | Tel.: +43 01 50170 377
Kartenbüro: Mo – Fr, 16 – 19h
Eintritt: € 27

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Isfar Sarabski – Piano | Shahriyar Imanov – Tar | Sasha Zinger – Drums | Aleksey Miltix – Violonchello | Ilgar Rzayev – Violin | Umida Abasova – Violin | Makar Novikov – Bass | Osman Eyublu – Violin

Im Kaukasus-Staat Aserbaidschan gibt es seit Sowjet-Zeiten eine vitale, vielseitige Jazz-Szene. Große Pianisten wie Vaqif Mustafa Zadeh oder seine Tochter Aziza Mustafa Zadeh zählen ebenso dazu wie  Salman Gambarov oder der Saxofonist Rain Sultanov. Der 1989 geborene Isfar Sarabski ist einer der talentiertesten jungen Pianisten Aserbaidschans. Er hat bereits zahlreiche Preise und Wettbewerbe gewonnen, unter anderem den Solo-Piano-Wettbewerb beim Montreux Jazz Festival im Jahre 2009. 

2011 gründete er gemeinsam mit Alexander Mashin (Schlagzeug) und Makar Novikov (Kontrabass) das „Isfar Sarabski Trio“, das sich im Laufe der Zeit zu einer Band entwickelte. Isfar spielt in klassischem Jazz-Stil mit Einflüssen der traditionellen aserbaidschanischen Mugham-Musik. Dieser althergebrachte Musikstil basiert ebenfalls auf Improvisation, was die Popularität des Jazz in Aser-baidschan teilweise erklärt. 

Sarabski trat bei Festivals in Baku, in der Schweiz, in Norwegen, Russland und Georgien ebenso auf wie gemeinsam mit Herbie Hancock & Friends 2012 in Paris, wo er auch den „International Jazz-Day Award 2015“ erhielt.

In Kooperation mit dem Radiokulturhaus, ORF Ö1 und dem Aserbaidschanischen Kulturinstitute.


Konzert

Hossein Alizadeh & Hossein Behroozinia & Behnam Samani & Saba Alizadeh | Klassische Musik aus Iran

Samstag, 29. Okt., 19:30
Odeon Theater | Taborstraße 10, 1020 Wien
www.odeon-theater.at | Tel.: +43 (0)1 216 51 27
Eintritt: € 24,- / € 18,-

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Instrumente aus einer anderen Welt: Klänge, die berühren, rascheln, flüstern, klopfen, glockenhell perlen, tausendfach klirren, schluchzen, galoppieren, schmeicheln, wirbeln, berauschen…

Hossein Alizadeh, geboren in Teheran und im Iran lebend, hoch angesehener Meister („Ostad“) und Virtuose der klassischen persischen Musik, Komponist, Musikwissenschaftler, spielt die Setar und Tar, eine persische Langhalslaute, die als „Sultan der Instrumente“ gilt.

Hossein Behroozinia, geboren in Teheran und in Vancouver lebend, arbeitete und konzertierte mit einigen der angesehensten Ensembles klassischer iranischer Musik und spielt eine wichtige Rolle in der Wiederbelebung des Barbat –  einer alten persischen Laute.

Behnam Samani, geboren im Iran und in Köln lebend, Virtuose der Perkussion, lässt auf der Tombak, einer Bechertrommel, nicht nur die komplexesten Rhythmen, sondern dazu noch unerwartete, ganz eigene Melodien entstehen.

Saba Alizadeh, geboren im Iran und in Kalifornien lebend und dort sich auch im Raum der experimentellen elektronischen Musik bewegend, spielt die Kamancheh, eine Streichlaute, deren Klang an eine Violine erinnert und dann doch so fremd-vertraut anders klingt.

Vier exzellente Musiker – Botschafter für die Kraft der Musik, die ihre Finger, ihre Hände magisch zu führen scheint ­– geben der Musik den ganzen Raum: nicht nur den der Bühne, sondern des ganzen Konzertsaals. Ihre Musik baut Brücken: geradewegs ins Herz des Publikums hinein.

In Kooperation mit Honart.


Sufi Ritual

Noureddine Khourchid & die tanzenden Derwische von Damaskus 

Montag, 31. Okt., 19:30
Theater Akzent | Theresianumgasse 18, 1040 Wien
www.akzent.at | Tel.: +43 (0)1 501 65 33 06
Eintritt: € 15,- bis € 36,-

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Mit:  Noureddine Khourchid – Leitung & Gesang |  Abdulrahman Modawar – Chor & Riqq | Mohamad Kahil –  Chor & Duff | Mhd Ghassan Alrawas – Chor  |  Adel Halima – Chor | Walid Alhamad  Chor & Tombak | Basem Kadmani – Chor & Oud | Hatem Aljamal – Tanzender Derwisch | Mahmoud Altaier – Tanzender Derwisch

Innerhalb der islamischen Welt stellt die mystische Richtung des Sufismus eine – wenn auch bedeutende – Minderheit dar. Die volksnahen Sufis verwenden die jahrhundertealten Traditionen von Musik, Gesang und Tanz dazu, um einen Trance-Zustand zu erreichen, in welchem die mystische Vereinigung mit Gott erfahrbar wird.

Die Stadt Damaskus war immer eines der Zentren der arabischen Welt. Hier haben sich seit dem Altertum viele Kulturen gekreuzt, viele Einflüsse vermischt. So haben auch die wandernden Derwische ihre Spuren hinterlassen. An den islamischen Schreinen entwickelte sich das Ritual des Drehtanzes, begleitet von religiösen Gesängen. 

Noureddine Khourchid, geboren 1966 in Damaskus, ist der Sohn von Abu al-Nur, einem Sheikh des syrischen Shadhiliyya Sufi-Ordens. Nach dem Studium des Koran und der Ordensregeln erhielt er eine Ausbildung in religiösem Gesang und Koran-Rezitation. Er leitet die Zeremonie des Sufi-Rituals, welches bei diesem Ensemble aus der Verbindung dieser Musiktradition mit zwei Tänzern aus dem Mevlevi/Mawlawi-Orden steht. Der Mevlevi-Orden seinerseits führt seinen Ursprung auf den berühmten Jaladdin al-Rumi (1207-1273) zurück, der als Begründer und spiritueller Meister der Mevlevis in der türkischen Stadt Konya gilt.

Mit freundlicher Unterstützung durch die AK Wien.


Workshops für Kinder und Jugendliche
Tanz, Musik und Geschichten aus dem Orient

„Rumpeldibumpel  – eine Reise ins Morgenland“

Jeweils Fr., 14. & 21. & 28. 10. 2016 (9:30 + 10:45)
Workshop ab 3 Jahren.
Sargfabrik | Goldschlagstraße 169, 1140 Wien
www.sargfabrik.at | Tel.: 43 (0)1 988 98 111
Unkosten-Beitrag: € 6,-

Bahara Kazerouni – Workshopleitung & Gesang | Mamadou Ngom – Musik & Trommeln

Die Tänzerin Bahara Kazerouni führt die Kinder auf holprige, staubige Wege. Sie gelangen zu einer erfrischenden Oase, in der sie so manche Überraschung erwarten. Alle Beteiligten trommeln, singen und tanzen miteinander, verwandeln sich in die Schlangen des Schlangenbeschwörers und riechen die typische Düfte aus 1001 Nacht.

„Lalala – Konzerte für Kinder: Syrian Links“

Sonntag, 16.Okt., 15:00
Quellenstraße 149, 1100 Wien
kultureninbewegung.org | Tel.: 43 (0)1 988 98 111
Eintritt frei

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Orwa Saleh – Oud / Komposition
Basma Jabr – Gesang
Yazan Alsabbagh – Klarinette

Das Trio von Orwa Saleh, Basma Jabr und Yazan Alsabbagh bildet eine magische Kombination aus eleganter Stimme, dem warmen Klang der Klarinette und der Musik des meisterhaft gespielten Ouds. Zusammen ergeben sie eine Choreographie, in der Gedichte singen und Töne tanzen. 

In Kooperation mit kulturen in bewegung