SALAM.ORIENT 2011
13. Oktober bis 5. November 2011
Anlässlich seines 10. Geburtstages wartet „Salam.Orient. Musik, Tanz und Poesie“ mit einem Konzert und Veranstaltungsmarathon auf, der so umfangreich ist wie noch nie.
Auf dem Programm stehen vom 13. Oktober bis 5. November 26 Einzelevents in Wien sowie Konzerte in den Bundesländern und im slowenischen Maribor.
Festivalinitiator und -leiter Norbert Ehrlich über das Programm:
Liebes Publikum!
Vor 10 Jahren wollte ich etwas tun,
damit die Welt des Orients unmittelbar
nach 9/11 auch zu uns nach Wien
und Österreich kommt. Ein neues Feindbild war gerade
geschaffen worden: der Islam. Die wenigsten Orientalen sind
Islamisten ebenso wie die wenigsten Österreicher Neonazis
sind. Dafür gibt es jede Menge begabte, großartige Künstler/
innen, Denker/innen von Indien bis in den Maghreb. Sie
zu finden und einzuladen ist seither Ziel und Aufgabe von
Salam.Orient.
Zehn Jahre später geschieht Paradoxes: Die Jugend Arabiens
bricht mit feudalen Strukturen, will Neuverteilung von Macht
und Lebenschancen, reklamiert zentrale demokratische
Werte für sich: Teilhabe, Gerechtigkeit, solidarische Handeln.
In der EU und in den USA findet zeitgleich die „Pervertierung
der Demokratie statt: die Politik orientiert sich nur mehr
an Geld, Sonderinteressen, Medienkampagnen, Pressure-
Groups, an den letzten Daten der Meinungsumfrage“
(Timothy Garton Ash)
Für Ost und West gilt: Anders denken ist notwendig und
erwünscht, Luft zum Atmen und Leben ist gemeinsames
Menschenrecht, Menschen sollten aufgrund ihrer
Herkunft zusammengeführt, nicht gespalten werden.
Herzlich willkommen bei Salam.Orient!
Norbert Ehrlich
Künstlerischer Leiter
PROGRAMMÜBERBLICK
Anlässlich seines 10. Geburtstags wartet „Salam.Orient. Musik, Tanz und Poesie“ vom 13. Oktober bis 5. November mit einem Veranstaltungsmarathon auf, der so umfangreich ist wie noch nie.
Die politischen Um- und Aufbrüche in Nordafrika thematisieren Udo Steinbach wissenschaftlich sowie der tunesische Hip-Hopper El Général musikalisch. Robert Koptas befasst sich in seinem Vortrag mit den Veränderungen in der Türkei.
Die Sängerin, Songwriterin und Gitarristin Souad Massi verbindet Flamenco mit amerikanischem Folk-Rock, arabischer und Berber-Musik. Mit dem tunesischen Fawzi Chekilis Berber Orchester präsentiert Salam.Orient einmal mehr ein Berber-Ensemble. Und mit Mohammad Reza Shajarian ist der iranische Großmeister der klassischen persischen Musik zu Gast.
Der indische Musiker Neelay Khan und Ensemble werden spektakuläre Qawwali-Konzerte mit ekstatischem Gesang und atemberaubender musikalischer Artistik geben. Ebenfalls im Zeichen der Sufi-Tradition stehen die Auftritte des türkischen Kudsi Erguner Trios sowie der komorischen Sängerin Nawal Mlanao. Elektro-akustische Sufi-Lyrik präsentiert die exil-iranische Band Niyaz.
Tania Saedi, Wienerin mit persischen Wurzeln, die türkischen Sängerin Özlem Bulut und Band sowie
DJ Sid Data geben ein Charity-Konzert für Ute Bock. Unter dem Titel
„Von Bombay nach Kairo“ heißt es Vorhang auf für eine Show der Wiener Orient-Tanz-Szene.
Während Aron Saltiel und Aydin Balli von Szenen aus dem Leben des weisen Narren Nasreddin Hodja berichten, erzählen Marko Simsa, Marwan Abado, Aljoscha Biz und Peter Rosmanith Musik und Geschichten aus dem Orient.
Der sudanesische Omer Ihsas plädiert mit seinen „Peace Messengers“ musikalisch für den Frieden.
Die Mitglieder des Freedom Theatre des Palästinenserlagers Jenin teilen ihre erschütternden Erfahrungen mit ihrem Publikum.
Norbert Ehrlich
Projektleiter
